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IQWiG empfiehlt Überarbeitung des DMP Typ-1-Diabetes

Bei Diabetikern wird immer häufiger ein kontinuierliches Glukose-Monitoring (CGM) eingesetzt, bei dem Sensor-Elektroden unter der Haut platziert werden. /NataliiaB, stock.adobe.com

Köln – Im Auftrag des Gemeinsamen Bundes­aus­schusses (G-BA) hat das Institut für Qualität und Wirtschaftlichkeit im Gesundheitswesen (IQWiG) Empfehlungen aus aktuellen Leitlinien zu Diabetes mellitus Typ 1 zusammengefasst und dabei überprüft, ob Disease-Management-Programme (DMPs) überarbeitet werden müssen. Laut Abschlussbericht ist das insbesondere in Hinblick auf das Vermeiden von Unter­zuckerungen mithilfe moderner Technologien und bei Patienten-Schulungen der Fall.

Im Gegensatz zum Vorbericht konnten die Wissenschaftler nun 5 weitere Leitlinien in ihre Analyse einbeziehen, insgesamt 37. Bei einer Reihe von Leitlinien stand ihnen eine aktuellere Version zur Verfügung. Aus den 37 Leitlinien extrahierten sie 2.817 Empfehlungen. Diese beziehen sich auf verschiedene Versorgungsaspekte, wie Diagnostik, Therapie oder die Kooperation der beteiligten Berufsgruppen. Inhaltlich überprüft hat das Institut die Empfehlungen nicht.

Viele Aktualisierung empfohlen

Wie das Institut beim Abgleich von Leitlinien-Empfehlungen und Richtlinie konstatiert, könnten die Inhalte aller Versorgungsaspekte des DMP Typ-1-Diabetes aktualisiert werden („potenzieller Aktualisierungsbedarf“). Geboten ist eine Überarbeitung aber unter anderem beim Vermeiden einer Hypoglykämie. Denn dies ist mittlerweile auch bei Typ-1-Diabetes ein wichtiges Ziel der Behandlung.

Inzwischen gibt es eine ganze Reihe technischer Hilfsmittel, um den Blutzuckerspiegel zu regulieren. Immer häufiger eingesetzt wird etwa das kontinuierliche Glukose-Monitoring (CGM), bei dem Sensor-Elektroden unter der Haut platziert werden. Einige Geräte bieten eine Alarmfunktion, die eine drohende Unterzuckerung anzeigt. Kombiniert man die CGM mit der Insulinpumpe, kann die Insulingabe automatisch gestoppt oder gedrosselt werden, was unter anderem nächtliche Unterzuckerungen vermeiden kann. In den für den Abschlussbericht ausgewerteten neuen Leitlinien werden diese Technologien aufgegriffen, im DMP fehlen sie jedoch.

Um sie an den Stand des medizinischen Wissens anzupassen, sollen Disease-Management-Programme (DMPs) in regelmäßigen Abständen aktualisiert werden. Inhaltliche Vorgaben zu den DMPs sind in einer Richtlinie des Gemeinsamen Bundes­aus­schusses (G-BA) verankert und finden bundesweit Anwendung.

Die DMP-Richtlinie macht für Patienten-Schulungen bisher nur wenige inhalt­liche und zeitliche Vorgaben. Laut neueren Leitlinien können Wiederho­lungs­schulungen, beispielsweise als Refresh- oder Ergänzungsschulungen, aber die Betroffenen im Alltag unter­stützen, etwa wenn sie Schwierigkeiten haben, die Therapie-Empfehlungen im Alltag umzusetzen.

Im DMP gibt es seit langem ein Kapitel „Raucherberatung“, das die Leitlinien­empfehlungen für eine „gesunde Lebensweise“ nicht umfänglich umschreibt. Es geht nicht mehr nur um Tabak- und Alkoholkonsum, sondern auch um Ernährung und Bewegung. Das IQWiG empfiehlt, diese Empfehlungen unter einem Gliederungspunkt „Lebensstilmanagement“ zu bündeln und inhaltlich zu erweitern.

Diskrepanzen stellte das IQWiG auch bei der Art des Insulins fest. Während das DMP von Humaninsulin als „Mittel der Wahl“ ausgeht, betrachten die neuen Leitlinien Insulinanaloga inzwischen als gleichwertig.

Bei diesen 4 Aspekten, also neue Technologien, Patienten-Schulungen, Lebensstilmanagement und Insulinanaloga, schätzen die Wissenschaftler den Überarbeitungsbedarf im Abschlussbericht höher ein als noch im Vorbericht. © gie/idw/aerzteblatt.de

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